
Wir
haben in der letzten NetNews einen Artikel über die
Fantasyszene veröffentlicht. Auf diesen gab es einige
Antworten. Hier sind sie und noch etwas Korrespondenz, die
so gelaufen ist. Natürlich mit Zustimmung der Korrespondenz-Partner.
Hallo
Bernd.
Wie
auch deinen Bericht von der Rat habe ich auch deinen neuen
Bericht gelesen. Jedoch kann ich deinen Worte nicht so recht
Glauben schenken. Du schreibst zum Beispiel, daß die
Rollenspielerszene stark abgenommen hat. Woher nimmst du
diese Informationen, daß sich 'Immer weniger Leute
... zum Rollenspiel in geselliger Runde' treffen? Sind das
nun begründete Fakten die du belegen kannst oder nur
ein Spiegel deiner eigenen Umwelt? Hier bei uns im Süddeutschen
Raum zumindest kann ich eine solche Tendenz nicht erkennen.
Im Gegenteil, dieses Jahr startete zum ersten Mal die V-Con
in Villingen-Schwenningen und hatte guten Zulauf und auch
gute Kritiken in der regionalen Presse. Wie die Verkaufslage
auf der V-Con war, werde ich beim Aussteller (Die
Zwergenbinge aus Tübingen) noch nachfragen.
Auch
fragst du nach den Hintergründen, warum das Rollenspiel
abgenommen hat. Allerdings verstehe ich nicht, warum du
für diese Abnahme den "Herrn der Ringe" hinzuziehst
und dann meinst, 'daß sich die Leute damit
identifizieren können'. Ich werte das eher als ein
Punkt für das Rollenspiel? Und auch der 'Kollege Computer'
mit seinen grafisch hübschen aber meist viel zu geradlinigen
Story wird einen Rollenspieler, egal ob LARPer oder Sitzwürfler,
kaum von seinem Spiel abbringen. Und über den Teuro
kann man sich sicherlich noch Jahrzehnte streiten. Ebenso,
wie man sich darüber streiten kann, daß die neuen
Boxen von Fanpro mit 35 Euro zu Buche schlagen. Seltsamerweise
hat mir noch niemand verboten, mit den alten Regeln weiterzuspielen.
Möglicherweise
ist die wirtschaftliche Situation in Deutschland einfach
so, daß das Rollenspiel und ebenso das Tabletop, über
das du eigentlich reden solltest, ein Nieschenprodukt ist,
mit dem man nicht so einfach die breite Masse anspricht.
Und ob man seine Produkte bei dir übers Internet bezieht
oder seinen lokalen Rollenspielladen unterstützt, ist
letztlich immer dem Kunden überlassen.
Aber
so wie sich dein Bericht liest, scheinst du die Worte 'Rollenspieler'
und 'Einzelhändler' zu verwechseln. Es scheint so,
als ob dich deine derzeitige Lage nicht glücklich macht.
Das kannst du aber weder mit solchen Berichten noch mit
der sich wiederholenden Kritik an den Standpreisen auf Cons
ändern. Sicherlich wird sich die Szene in den nächsten
Jahren ändern, das hat sie schon immer getan und daran
wird sich auch in den nächsten Jahren nichts ändern.
Wer zum Beispiel hat schon von 'Level 1' von Flying Games
(www.FlyingGames.de) gehört?
Wahrscheinlich kennen die wenigsten dieses Tabletop-Spiel.
Und trotzdem wird es noch immer verkauft.
Natürlich ist es einfach, sich über die Faulheit
seiner Kunden zu monieren, aber vielleicht wäre es
besser, sich an der eigenen Nase zu packen und weiter Werbung
zu machen. Werbung, die auch Leute anspricht, die das Rollenspiel-
und Tabletopmetier noch nicht kennen.
Bis
denne,
Oliver
weiter
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