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Stories |
Roswell II
oder die Geschichte der Nahkampf-Arenen
von Christian Boisten
Im Krieg der Menschen
und Maygonen gegen die Plasmoden markiert Roswell II ein weiteres militärisches
Desaster. Als die Streitkräfte der Plasmoden das System ansteuerten,
sammelten sich die allierten Kräfte bei Roswell I, einem kleinen,
lebensfeindlichen und völlig mit Eis bedeckten Planeten fernab der
Sonne des Systems, um die feindliche Armada zu stellen.
Die Flotte der Plasmoden
war jedoch sehr viel größer als die Admiralität der Allianz
angenommen hatte. Sie durchbrach, nicht zuletzt wegen mangelnder Koordination
zwischen Menschen und Maygonen, die Verteidigungslinie und begann mit dem
Bodenangriff auf Roswell II den zweiten Planeten des Systems, der völlig
mit Dschungel bewachsen und von ungefähr gleicher Größe
wie die Erde war.
Bereits kurz nach
seiner Entdeckung war Roswell II kolonisiert worden, aber die überaus
aggressive Vegetation stellte die Siedler vor immer neue Probleme und hielt
die Kolonie klein. Die Imperiale Armee baute hier wegen der günstigen
strategischen Lage des Planeten bereits kurz vor dem Krieg mit den Plasmoden
Fort Brenner, eine große Niederlassung mit Kasernen, einem Trainingscamp,
einem Rangerposten, einer eigenen Mine und einer kleinen Roboterwerft.
Dem geballten Angriff
mehrerer Cysionenhorden hatte die Besatzung des Forts nur wenig entgegenzusetzen,
so daß nach zwei Tagen bereits alles vorbei war. Ein Teil der Verteidiger
war vom Planeten geflohen, ein noch geringerer Teil von ihnen schaffte
es, der plasmodischen Flotte auszuweichen, die den Planeten umkreiste.
Eine kleine Truppe von Menschen und Maygonen entkam der Vernichtung durch
einen unterirdischen Tunnel und verschwand in den Tiefen des Dschungels,
um von dort aus, bis zur Rückeroberung Roswells durch die Allianz
ein Jahr später, Guerillakrieg zu führen. Viele dieser Leute
sind heute lebende Legenden, insbesondere Colonel (damals noch Major) Thomas
Braddock, der Anführer der Guerilla-Truppe.
Die
Plasmoden und ihre Cysionenkrieger mußten bald feststellen, daß
das Terrain von Roswell II extrem schwierig war. Abgesehen von den Felsplateaus,
auf denen die Kolonisten ihre Anlagen und die Imperiale Armee Fort Brenner
gebaut hatten, bedeckt eine dicke Schicht aus einer Art immergrünem
Moos die gesamte Landmasse des Planeten. Man sackte unweigerlich etwa knietief
ein, sofern man nicht eine alte Erfindung von der Erde benutzte ö breite
Skier. Löcher, die tiefer als zwei Meter waren, füllten sich
innerhalb kürzester Zeit mit Wasser. Überall aus diesem satten
Grün wuchsen Pflanzen und Bäume, darunter auch die fleischfressenden
Schlingpflanzen, die die Kolonisten "Catcher" nannten. So konnten die Cysionen
nur in den Anlagen des Forts ihren Bau anlegen, und dort war der Platz
nicht nur begrenzt, sondern auch vergleichsweise exponiert. Daher konnte
der Bau relativ leicht ö durch ein Bombardement mit T91
Marschflugkörpern zerstört werden.
Nach der Rückeroberung
durch die Allianz entstand die Kolonie neu. Sogar einige der Maygonen,
die hier ein Jahr im Guerilliakrieg überlebt hatten, blieben hier
und bauten ihre eigene Minikolonie. Das feuchte Klima im Inland Roswells
wirkte sich äußerst positiv auf die Gesundheit der Maygonen
aus und beschleunigte den Heilungsprozess vieler ihrer Krankheiten Die
überaus salzhaltige Luft in den Küstenregionen beeinflußte
die Heilung so mancher menschlicher Leiden positiv, bekanntermaßen
insbesondere Lungenkrankheiten.
Die Maygonen waren
die ersten, die die positiven Auswirkungen des Klimas erkannten und eröffneten
ein Sanatorium. Innerhalb kurzer Zeit entwickelte sich daraus ein riesiger
medizinischer Komplex, der zur Hälfte menschlichen, zur anderen Hälfte
maygonischen Patienten zur Verfügung stand. Mit den Patienten kamen
aber auch menschliche wie maygonische Urlauber, um die Ruhe des fast völlig
bewaldeten Planeten zu genießen, dessen Vegetation die Entstehung
großer, lauter Städte noch immer verhinderte.
Innerhalb der nächsten
Jahre entwickelte sich Roswell II zu einem wahren Touristenzentrum. Anders
als in den Touristen-Zentren auf anderen Planeten blieben die menschlichen
wie auch maygonischen Ansiedlungen klein und überschaubar. Und das,
obwohl man inzwischen Wege gefunden hatte, Plattformen zwischen die Bäume
zu bauen und die Planzen am Wachsen zu hindern wo man sie nicht haben wollte,
so daß man Anlagen auf Pfahlkonstruktionen bauen konnte.
Irgendwann begann
sich sich auch die FEARLESS Company für Roswell II zu interessieren.
Der Planet mit seiner absolut sauberen Atmosphäre und bot gerade von
den Felsplateaus aus ein phantastisches Panorama, von den Verdienstmöglichkeiten
durch die vielen Touristen ganz zu schweigen.
Nur gab es auf Roswell
keine der typischen Orte für eine FEARLESS-Arena. Wegen der Knappheit
an bebaubarer Fläche wurden sofort neue Gebäude an der Stelle
gebaut an denen ein altes abgerissen wurden. Fort Brenner z.B. wurde am
selben Ort wieder aufgebaut, an dem es vor dem T91 Angriff gestanden hatte.
Eine komplette Arena
sozusagen auf Stelzen zu bauen wäre zwar technisch möglich gewesen,
wäre aber niemals genemigt worden. Zudem wäre sie aufgrund der
hohen Kosten unrentabel gewesen. Da die FEARLESS-Company aber unbedingt
auch auf Roswell II präsent sein wollte, kam man auf eine ganz neue
Idee: Die Nahkampfarena.
Zwei bis höchstens
vier Kämpfer können hier gegeneinander antreten - kein Verstecken,
kein Verschnaufen, sondern direkte, knallharte Kämpfe. Der Architekt
Miros Pactorski entwarf und baute die erste Nahkampfarena, eine Konstruktion
auf neun Säulen, von denen die vier äußeren als Aufzüge
genutzt wurden. Die Teilnehmer betraten durch einen Tunnel vom FEARLESS
Gebäude aus, wo sich die Aufzeichnungs- und Übertragungseinrichtungen
befanden, den unterirdischen Teil der Arena. Von hier gelangten sie mit
einem der vier Fahrstühle nach oben auf die Plattform, wo der Kampf
stattfand. Die Nahkampfarena auf Roswell II ist nicht von einem Plasmafeld
umgeben, sondern von einem freien Feld, das mit dem bereits eingangs erwähnten
immergrünen Moos bewachsen ist und aus dem unterschiedlich lange und
scharfe Sprößlinge neuer Mammutbäume wachsen.Wenn man von
der Plattform aus hineinfällt, sind sie allerdings genauso tödlich
wie ein Plasmafeld.
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Die Säulen bestehen aus verstärktem Stahl und sind mit einem schwarzen Schutzanstrich über-zogen, der mit den Pflanzenranken reagiert und sie verätzt, so daß sie sich nicht lange an der Säule halten können. Die Plattform ragt ähnlich einer Bohrinseln in den Himmel, wie es sie im 21. Jahrhundert auf der Erde gegeben hat. Genauso ist sie auch tief unter dem immergrünen Mantel verankert. Auf der metallene Grundkonstruktion der Plattform ist aus Holzplatten der Boden der Arena aufgenietet. |
Die Planeten des Roswell-Systems von Christian Boisten
Das Roswell-System wurde 2529 von dem mit
seinem Schiff vom Kurs abgekommenen Frachterkapitän Josh Davis entdeckt
und nach seinem Heimatort auf der Erde benannt. In seiner Euphorie unterlief
Davis allerdings ein kleiner Fehler. Er zählte die Planeten nicht
wie üblich von der Sonne des Systems aus, sondern von außen
nach innen, so daß Roswell I nicht der Planet ist, der der Sonne
am nächsten steht, sondern der am weitesten von der Sonne entfernte.
Davis hielt die Existenz des Systems geheim, um es später selbst in
Besitz nehmen zu können, mußte es allerdings im zentralen Kartographierungsbüro
auf der Erde eintragen lassen, um überhaupt irgendwelche Ansprüche
geltend machen zu können.
Davis brachte die Daten erst 2532 zum Kartographierungsbüro,
wo sie (vermutlich aus reiner Nachlässigkeit) nicht überprüft
wurden. So blieb Davis´ Fehler bis zur offiziellen Kolonisation vier
Jahre später unentdeckt ö und da interessierte es keinen mehr. Andererseits
erwies sich das Kartographierungsbüro als ein Haufen sturer Bürokraten.
Die einmal in die Unterlagen eingetragenen Bezeichnungen einfach so zu
ändern würde juristische Konsequenzen nach sich ziehen. Für
die wollte aber niemand die Verantwortung übernehmen. Richtig oder
nicht ö Roswell I blieb Roswell I, Punkt.
Roswell I
Ein lebensfeindlicher Planet von 35.211 km Durchmesser,
der vollständig mit Eis bedeckt ist. Durchschnittliche Temperatur
-62°. Roswell I ist der am weitesten von der Sonne des Roswell-Systems
entfernte Planet. Es ist noch nicht bekannt, ob Roswell I über irgendwelche
nutzbaren Rohstoffe verfügt. Keine Monde.
Roswell II
Durchmesser 7801 km, durchschnittliche Temperatur
+25°, hohe Luftfeuchtigkeit. Der gesamte Planet ist, mit Ausnahme einiger
Felsmassive und der Ozeane, mit einem immer-grünen Moos bedeckt. 60
% des Planeten sind bewaldet. Fauna reagiert extrem aggressiv auf jegliche
Kolonisierungsversuche. Flora besteht größtenteils aus im oder
am Wasser lebenden Arten. Einzige Niederlassung der Imperialen Armee ist
Fort Brenner auf einem großen Felsplateau auf dem nordöstlichen
Kontinent. Verschiedene menschliche, aber nur eine größere maygonische
Niederlassung mit medizinischen Anlagen auf dem nordwestlichen Kontinent.
Tourismus-Centren auf dem südöstlichen und südwestlichen
Kontinent. Bekannt für sein gesundheitsförderndes Klima.
Hobbs
Erster Mond des Planeten Roswell II. Durchmesser
2571 km. Keine Atmosphäre, keine bekannten Bodenschätze.
Carlsbad
Zweiter Mond von Roswell II. Durchmesser 3190
km. Lebensfeindliche Kohlenstoff-Methan Atmospähre. Große Eisenvorkommen,
die von automatischen Fördermaschinen abgebaut werden.
Las
Cruces
Dritter Mond von Roswell II. Durchmesser 1969
km. Keine Atmosphäre. Die geologische Instabilität der Oberfläche
verhindert einen Abbau der Sogun-Vorkommen. Die Imperiale
Armee sucht bereits nach Wegen, trotzdem irgendwie an das Metall heranzukommen.
Roswell III
Ein lebloser Planet mit einem Durchmesser von
40.236 km. Durchschnittliche Temperatur ö40°. Mehrere große Krater
und eine Atmospähre voller Staub lassen darauf schließen, daß
Roswell III in seiner frühen Geschichte entweder mit seinem Mond (oder
seinen Monden) oder einer Reihe sehr großer Kometen kollidierte,
so daß gewaltige Mengen Staub in die Atmosphäre geblasen wurden
und so alles Leben auf Roswell III erstickte.
Roswell IV
Durchmesser 7634 km, durchschnittliche Temperatur
+40°. Wüstenplanet mit wenigen Feuchtgebieten. Keine Bodenschätze.
Keine Monde, sondern nur einen Asteroidengürtel, der vermutlich aus
zwei Monden besteht, von denen vermutlich einer irgendwann in der Ent-wicklung
des Planeten durch einen Kometeneinschlag aus der Bahn geworfen wurde und
mit dem zweiten Mond kollidierte. Roswell IV ist geologisch sehr aktiv.
Jeden Tag kommt es an mindestens einer Stelle des Planeten zu einem Erdbeben.
Schauplatz des großen Abwehrkampfes, den die Allianz für sich
entscheiden konnte. ???
Sogun: Nach seinem Entdecker Charles Edward Sogun
benanntes Metall, das in Verbindung mit anderen Metallen deren Widerstandskraft
erhöht. Die Sandwichpanzerung moderner Raumkreuzer besteht aus einer
Sogun-Mischung.
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T91 "Penetrator": 25 Tonnen schwerer Flugkörper
mit selbstlenkendem Zielkopf und panzerbrechenden Eigenschaften, der im
Weltraum gestartet wird und selbsttätig das vorher markierte bzw.
eingegebene Ziel ansteuert. Höchste derzeit in dieser Klasse verfügbare,
nichtnukleare Sprengkraft. Vergl. Cruise Missile, Erdgeschichte von 1975-2000
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